Teilnahme an ersten auswärtigen Veranstaltungen |
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1956 fand die Jahreshauptversammlung bereits im Januar statt. Auf ihr beschlossen die Mitglieder, den Reitplatz an der Bahnhofstraße weiter auszubauen. Im Laufe des Jahres wurde ein Dressurviereck in Eigenleistung angelegt und der Untergrund so hergestellt, dass eine Reitausbildung auch bei nassem und schwerem Boden möglich war. Die Reitausbildung beschränkte sich nun nicht nur auf die Sonntage, sondern vor allem im Sommer wurden auch die Abende zum Training genutzt. Durch diese intensivere Vorbereitung war es dann erstmals möglich, an Turnieren anderer Vereine aktiv teilzunehmen. Wenn man sich auch nicht direkt bei den ersten Turnieren in Bretzenheim und Sobernheim platzieren konnte, so hat man doch Turniererfahrung gesammelt. Am Bezirksturnier in Ebernburg wurden dann erste Erfolge verbucht. Für den Verein nahmen Anton Ketzer mit Hektor, Josef Kasper mit Harras, Gerhard Kasper mit Lotte und Karl Heinz Rothenbach mit Doris teil. Schon zeitig war man am Samstag zum Bahnhof nach Rheinböllen geritten, denn um 6:00 Uhr machten sich Pferde und Reiter gemeinsam in einem Waggon eines Güterzuges auf den Weg nach Bad Münster. Das letzte Stück zum Turnierplatz wurde natürlich geritten. Verbuchen konnte man im Jagdspringen der Klasse L/a den 2. Platz, belegte im Glücksjagdspringen der Klasse L Platz 4 und wurde im Jagdspringen Klasse A und in der Jugendreiterprüfung jeweils Fünfter. Am Sonntagabend um 23:00 Uhr kam dann die Mannschaft zwar müde, aber doch um viele Erfahrungen und Eindrücke reicher, wieder am Bahnhof an. |
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Karl Heinz Rothenbach belegte mit Doris den 4. Platz im Neulingsspringen und Josef Kasper auf Harras wurde 5. im Jagdspringen. Dazu kamen noch zwei Platzierungen im Glücksspringen der Klasse A. Aber nicht an allen Turnieren im Jahr ´56 nahmen die Reiter aus Rheinböllen teil. Im europäischen Winter fanden die Olympische Sommerspiele im australischen Melbourne statt. Wegen der strengen Quarantänebestimmungen wurden die Reiterspiele aber bereits schon ab dem 10. Juni in Stockholm durchgeführt. Am 17. Juni, dem Schlusstag, standen die Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften auf dem Pogramm. Trotz einer schweren Zerrung und eines Sehnenrisses ging Hans Günter Winkler mit seiner Stute Halla an den Start und gewann mit seinen Teamkameraden die Mannschaftswertung und mit einem fehlerfreien zweiten Umlauf auch Gold in der Einzelwertung. |
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Für Hans Günter Winkler war die Saison gelaufen, für die Rheinböllener Reiter standen dagegen noch zwei große Umzüge in Bacharach an. Zuerst ritt man in historischen Kostümen auf dem Umzug anlässlich der 600 Jahrfeier der Weinstadt mit und später wurde bei der Mitwirkung beim Winzerfest eine langjährige Verbundenheit begründet. Während die reiterlichen Aktivitäten im November mit der Hubertusfuchsjagd ausklangen und mit der Jagd nach der Lunte und dem Jagdgericht abgeschlossen wurden, setzte sich die Vereinsführung mit der Planung und dem Bau einer Reithalle neue Ziele.
Da sich die aktiven Mitglieder vornehmlich aus Landwirten zusammensetzten und die Pferde in den Sommermonaten für die Feldarbeit zur Verfügung stehen mussten, war in dieser Zeit eine intensive Ausbildung nicht möglich. Im Winter entsprachen dann die Witterungs- und Bodenverhältnisse nicht den Anforderungen für ein erfolgreiches Training. Auch Bemühungen in geeignete Räumlichkeiten auszuweichen, schlugen fehl. So wurde zwar eine Trainingsstunde in einer Lagerhalle der Modellschreinerei von Josef Baumgarten in Rheinböllen durchgeführt, aber eine dauerhafte Lösung war dies natürlich nicht. Um das bisher so erfolgreiche Vereinsleben fortsetzen zu können, wurde daher schon frühzeitig der Bau einer Reithalle ins Auge gefasst. Im Herbst ´56 bot sich die Gelegenheit in Zusammenarbeit mit dem Turnund Sportverein Rheinböllen eine Halle in unmittelbarem Anschluss an die bestehende Turnhalle zu errichten. Es wurde daran gedacht, sämtliche Sportanlagen des Ortes an einem Platz zu vereinen und sich sowohl im Übungsbetrieb als auch bei Veranstaltungen gegenseitig zu unterstützen. Weiterhin ging die Vereinsführung des Reitvereins davon aus, auch für die jährlich stattfindenden Turniere das weiträumige Sportgelände nutzen zu können. Bau- und Finanzpläne wurden erstellt und Gemeinde, Kreis sowie der Provinzialverband und Sportbund um Zuschüsse gebeten. Fast die Hälfte der für den Bau veranschlagten Summe von 33.400,- DM sollten jedoch aus Staatsmitteln stammen. |